Berichte

Lotte und die Altersteilzeit!

Wenn’s am Besten ist, soll man aufhören!
Besser als 100 Punkte geht nicht und da habe ich mir gedacht, es ist an der Zeit den Aufgabenschwerpunkt zu verlagern. Altersteilzeit ist das Stichwort! Gut, ich habe schon mal 100 Punkte gesucht, aber man darf ja auch nicht vor seiner Zeit abtreten, wenn man noch in Saft und Kraft steht! Ich habe die letzten Jahre auch viel gearbeitet und erreicht:

    BH, VDH-HFS, AD, VPG 3, IPO 3, FH 1, FH 2, angekört (Körklasse 1 A),
    Teilnehmer KLSP 2001, 2002, 2003 und 2005, qualifiziert auch 2004,
    Teilnehmer KFSP 2003 und 2006,
    Teilnehmer Bay. Meisterschaft VPG 2005,
    Teilnehmer FCI-Sichtungsprüfung IPO 2004,
    Teilnehmer VDH DM IPO 2004,
    Teilnehmer FCI-Sichtungsprüfung IPO 2005,
    Teilnehmer VDH DM IPO 2005

Aber so langsam schleichen sich die ersten Zipperlein ein. Irgendwie ist man mit fast 11 Jahren nicht mehr so spritzig wie früher, braucht länger, bis man in Gang kommt. Und nach einem Trainingstag tun einem schon mal die alten Knochen weh. Aber wer kennt das in meinem Alter nicht? Mein Herrchen hat seine Alterswehwehchen durch intensives Bauchmuskeltraining in den Griff bekommen. Aber ich komme mir auf dem Heimtrainer doch blöd vor!

Aber getreu dem Motto “Wer rastet, der rostet” habe ich - nachdem unsere alte Khira seit Juli 2008 nicht mehr bei uns ist - ein ganz neues Aufgabenspektrum dazubekommen:
Ich muss beim Spazierengehen jetzt immer hinten laufen, und lange an irgendwelchen Stellen schnüffeln, dabei natürlich unter gar keinen Umständen auf Ansprache reagieren, konsequent Frauchen mit der Flexileine umwickeln und noch viele Dinge mehr, die ich von Khira gelernt habe. Alters-Starrsinn, sagt mein Frauchen dazu!
Außerdem übernehme ich auch Khira’s Part als Fährtentrainer für unsere zukünftigen, zweibeinigen Fährtenleger. Egal wohin sie sich wieder mal über den Acker verlaufen haben, mich kann durch jahrelange Erfahrung nichts erschüttern und hinterher, wenn wir gemeinsam wieder alles gefunden haben, erkläre ich den Zweibeinern mit Frauchens Hilfe, was sie wieder alles falsch gemacht haben.
Auch auf dem Hundeplatz bin ich noch immer im Einsatz: ohne mich wüssten die neuen Hundeführer gar nicht, wohin sie denn bei der Prüfung laufen müssen. Für meinen blauen Ball laufe ich geduldig immer wieder mit ihnen und zeige ihnen, wo es lang geht.
Auch im Schutzdienst bin ich nun zum Trainer aufgestiegen: unsere Nachwuchshelfer über den Platz zu scheuchen ist klasse. Grifflich und tempomäßig gehe ich es da zwar ruhiger an. Aber so ein unerfahrener Jungspund ist bei der kurzen Flucht schnell mal umgeschmissen, wenn er nicht damit rechnet, dass ich mich in die Kniekehlen fallen lasse. *grins*...

Ihr seht, wie bei euch Menschen auch, als Rentner hat man beinahe noch mehr zu tun als früher. Nur eine Nummer langsamer.

Man sieht sich,
Eure Lotte
im November 2008

 

 

Klub-Leistungs-Siegerprüfung 05.-07.10.2007

- oder zwei Laubenhaider auf der Deutschen in Dorsten ...

 

Es ist mal wieder Zeit für einen Bericht.
Diesmal – aus gegebenem Anlass – aus der Sicht der wichtigsten Personen überhaupt: den Coaches und Fans! Ohne den passenden Helferstab ist der Hundeführer ziemlich verlassen, wenn es an große Prüfungen geht.
Nicht so bei uns! Und quasi als Hommage gibt es diesen kleinen Artikel.

Die Coaches haben den furchtbar schweren Job, Probleme zu beseitigen, die ohne die Meisterschaft überhaupt nicht vorhanden wären! Die wenigste Unterstützung bekommen sie dabei vom Hundeführer. Der ist nur nervös, hat Alpträume und muss ständig beruhigt werden. Aber alles schön der Reihe nach ...

Im Vorfeld

Problem 1: Die Musik!
Diesmal begann der Job der Coaches schon gleich mit der Einladung zur DM. Da sollte doch beim Einmarsch zum Schutzdienst ein Lied gespielt werden (VDH-DM lässt grüßen). Die Musikauswahl obliegt natürlich nicht dem Starter – der weiß ja nicht, was gut für ihn ist. Außerdem sieht er – respektive sie – sich nie beim Einmarsch zum Schutzdienst und so ein Song muss zum Laufstil von Hund und Führerin passen. Und weil man das auch gleich trainieren muss, flugs den Gitarrenverstärker mit dem MP3-Player verbunden, ein Gigabyte Songs drauf und ab damit zum Training. Eines lauen Freitag Abends ging also beim Schutzdienst die Post ab. Da die „normalen“ Leute schon längst aufgegeben haben , den Kopf über uns zu schütteln. Namen sie die zwei Stunden Schutzdienst mit – lauter - Musikuntermalung ebenso hin.
Also ich war ja eher für Gun's & Roses: You could be mine, René eher für ACDC: Highway to Hell, Heike tendierte zu Franky Goes To Hollywood: Relax. So kamen wir auf keinen Grünen Zweig. Per Diktatur bestimmte ich schließlich Suicide Blonde von INXS. Passt am Besten zu Heikes' und Orcas' Laufrhythmus!

Problem 2: Die Fährte!
Ein paar Wochen vor der DM hat Orca doch glatt beschlossen, dass Winkel zu starke Schwankungen im Geradeauslauf verursachen und deshalb ignoriert werden können. Heike war davon natürlich weniger begeistert. Nach ein paar wenig durch schlagenden Versuchen brauchten wir andere Ideen. Ein Telefonat mit Ottmar und wenig später waren wir auf dem Weg nach Würzburg (ca. 130 km einfache Strecke) um eine Fährte zu suchen! (nicht den Kopf schütteln, wenn man das hier schon macht, wird einem nur schwindelig auf Dauer!)
Drei, vier Fährten später hatten wir auch eine mögliche Erklärung für unser Winkelproblem und ein paar Lösungsmöglichkeiten im Kopf. Bernds Filmdöschen sei Dank, ist es uns gelungen, den Hund wieder Spaß am korrekten Abbiegen beizubringen.

Problem 3: Die Hundeführerin!
Leider unlösbar. Gibt sich nach dem Meisterschaftswochenende von selbst. Muss man als Coach ertragen und möglichst positives Denken vermitteln. Also möglichst keine Sätze sagen, wie „Schau, wenn du durch fällst, ist es auch nicht so schlimm , dann führe ich in Zukunft den Hund“. Sondern eher „Mist, jetzt haben wir vergessen zu trainieren auf so ein blödes Podest hoch zu springen, was machen wir nur bei der Siegerehrung?“ ;-)

Freitag

Die Kinder waren kaum aus dem Haus und in der Schule, starteten wir durch. Ein unruhiges Wochenende sollte vor uns liegen , aber wir waren recht zuversichtlich, da gut vorbereitet (siehe Musik :-)). Nach knappen 500 nervigen Kilometern, Ankunft am Hotel. Und was macht man zuerst, wenn man an einem Hotel ankommt ? Genau! Nichts wie rein in die Gummistiefel und zwei kurze Fährtchen zum Proberiechen gelegt. Eine für Ursula und Oberon, eine für Heike und Orca. Praktisch, wenn das Hotel mitten in Äckern liegt! Der Ursula für dieses Wochenende zugeteilte Coach war noch auf der Autobahn, so hatte ich die schwierige Aufgabe, gleich zwei nervöse Starterinnen zu beruhigen. Im Acker ist man ja zum Glück allein.

Der Boden weich und sandig, da sieht man wirklich jeden Tritt – kein Problem. Aber schon am Ansatz war zu erkennen, dass die Hunde ein paar Meter brauchten, um sich auf den Geruch einzustellen.

Inzwischen war auch der halbe Fanclub und der Rest des Helferstabes eingetroffen. So fuhren wir gemeinsam zur Sportanlage, um uns für das Training zu rüsten. Jede Landesgruppe hat pro Starter 10 Minuten zur Verfügung, um mit dem Hund auf dem Platz zu arbeiten. Keine lange Zeit! Immerhin will man seinem Hund den Platz, die Ablageposition, die Zuschauer, die Geräte, die Bringhölzer und sämtliche Verstecke zeigen. Aber mit etwas Koordination und dem persönlichen Coach klappt das natürlich. Ursula wurde von André über den Platz gescheucht, Heike von mir. Kurze Abstimmung mit Ottmar Goldstein und Antje Beckert, die ebenfalls in unserer Trainingsgruppe waren und schon legten wir los. Beim Revieren gesellte sich noch René zu uns, um als „Bösewicht“ dem Hund das erste Versteck schmackhaft zu machen. Training erfolgreich - relativ entspannt verließen wir wieder den Platz.

Der Probeschutzdienst ist in jedem Jahr ein Highlight. Hier muss genauestens beobachtet werden. Gilt es doch die ideale Ablageposition für die perfekte Fluchtvereitelung zu finden. An die Ablageposition dachte hinterher allerdings keiner mehr. Eher an die gewöhnungsbedürftige tiefe Armhaltung des Helfers, der für Teil II ausgewählt wurde! Und so wurde vereinbart, nach der Auslosung mit den morgigen Startern nochmal einen kleinen Anbiss zu machen um die Armhaltung zu simulieren. Meine Ausrüstung hatte ich natürlich dabei und das Los eines Helfers ist es, bei der Vorbereitung auf überregionale Veranstaltung den Stil der dortigen Helfer so gut es geht zu imitieren. Schau' mer mal...

Bei der Auslosung muss man mental einfach in Topform sein. Man muss nur ganz fest an die Startnummer denken, die man unbedingt haben will und ...... schwupp ...... bekommt man die auch. Ich hatte da ja so meine Erfahrungen. Diesmal war ich aber nur stiller Beobachter, Heike musste ja losen. So schlug ich den Katalog auf und dachte bei mir „Katalognummer 5, da wäre Startnummer 5 auch ganz witzig“. Und das dumme daran war, dass Heike als letzte nach vorne gerufen wurde und das Los nehmen musste, welches übrig blieb. Die Nr. 5! Ich behielt erst einmal für mich, dass ich diese Nummer „gewählt“ hatte, denn das Gemaule ging schon auf dem Weg nach draußen los. „Bäh....erste Gruppe.....bäh.....so früh......bäh....“ und so weiter.

Auf in den Wald zum Trainings-Schutzdienst. Drei Anbisse später war Heike beruhigt, ich weniger, weil ich Orca mit dieser blöden tiefen Armhaltung auf die Flossen getreten war. Aber das mentale Wohl meines Schützlings geht natürlich über alles. Und wenn der zumindest beruhigt ist, wird alles gut.
Im Halbdunkel sahen wir noch Ottmar im Acker ein kleines Probefährtchen suchen und wir versammelten uns mit dem vollständigen Fanclub zu einem üppigen Schmaus im Hotel. Um uns durch belangloses Hundeführerlatein vom morgigen Tag ablenken zu lassen.

Samstag

Draußen ist es noch stockfinster und sehr frisch. Wir quälen uns zum Frühstück. Uli, unsere Reiseleitung, hat das Frühstück für 7.00 Uhr klargemacht. Komisch, als Coach hat man auch keinen Hunger. Mit Mühe und Not vertilge ich ein Brötchen. Heike ist auch nicht besser. Ottmar hat noch schnell eine Fährte gelegt, die er nach dem Frühstück sucht, bevor er mit der ersten Fährtengruppe zum Fährtensuchen geht. Ursula ist relativ ruhig, will gar nicht, dass jemand mitgeht, aber der Coach weicht natürlich nicht von ihrer Seite. Ottmar ist notgedrungen auch dabei.

Am Stadion angekommen, kümmert sich die Reiseleitung mit dem Rest des Fanclubs um den besten Standplatz. Uli organisiert das Aufstellen des Plakats und jeder wird mit Tröten, Pfeifen und sonstigem Krachzeug ausgestattet. Wir sind zwar nicht die Besten, aber auf alle Fälle immer die Lustigsten – und diesmal auch die Lautesten *grins*.

Wir sehen noch die ersten Unterordnungen an und gehen dann zum Auto. Jetzt wird erstmal Heike mit der Startnummer versorgt. Der Hundeführer hat bei uns nur eine Aufgabe – Unterordnung laufen. Der Rest wird für ihn erledigt, also Anziehen der Jacke, etc. Dazu gehört auch das Binden der Startnummer. Eine wahre Herausforderung.

    Uwe: „Guck mal, passt das so?“
    Heike: „Zu eng! Da bekomme ich keine Luft!“
    Uwe: „Und jetzt....?“
    Heike: „Zu weit! Das behindert mich beim Laufen!“
    Uwe: „Und nu?“
    Heike: „Die Bändel baumeln an meinem Bein herunter!“
    Uwe: „Das ist modisch, man trägt das jetzt so!“
    Heike: „Und wenn Orca beim Laufen danach schnappt?“
    Uwe: „OK, ich mache ein Schleifchen!“
    Heike: „Nein, bitte kein Schleifchen!“
    Uwe: „Dann mache ich einen doppelten Ankerstich mit Halbschlag!“

Na also, gegen soviel Fachkompetenz beim Knotenmachen kommt Heike nicht mehr an, aber man braucht schon Geduld!
Der Hund wird ausgepackt. Vor dem Stadion ein kleines Kinder-Fußballfeld – hier machen wir uns warm. Locker laufen, viel Spielen. Der Moment naht, ich nehme Jacke und Beißwurst ab. Letzte Anweisungen: „So jetzt gehst du locker runter und denk an das Fuß-Kommando beim Apportieren, das musst du anders sagen und vor allem arrogant laufen!“

Heike läuft zum Anmelden und ich versuche wieder auf die andere Seite des Stadions zu kommen, damit ich etwas sehen kann. Für die Manöverkritik. Was sie da macht sieht ja recht gut aus, kann ich gar nicht mäkeln.

 

 

 

    Hey, das sieht ja richtig gut aus, was Heike da macht!“
    Wie?“

Das einem in Momenten höchster Anspannung immer jemand anquatschen muss. Hat sie jetzt beim Vorsitzen ein Doppelkommando gegeben?

    Ich glaube das war jetzt ein Doppelkommando!“

Danke für die Info! Hättest du mich nicht abgelenkt, hätte ich es mitbekommen, knurr. Als Coach hat man es echt schwer, ich bin ja nervöser als mein Schützling. Auch der Fanclub folgt gespannt dem Geschehen. Guter Sprung, kein Streifen, leichtes Knabbern.

 

 

Fuuuusssss“. So ist's brav, genau richtig betont! Und jetzt noch das Voraus. Der Richter steht so nahe beim Hund, da muss Heike weiter vorgehen, damit sie Orca nicht zu früh schickt, sonst läuft sie womöglich zum Richter. Aber ich kann schlecht eine Auszeit nehmen oder vom Rand reinplärren. Ah, Heike hat's gemerkt, das waren mindestens 15 Schritte Entwicklung.

Voraus“.......................................................“Plaaaaaaaaaaaaaaaaaatz“.

Orca peilt den Ordner mit der orangen Weste am Stadion-Eingang an. Leg dich.....leg dich....leg dich.....leg dich....leg dich.....leg dich....leg dich.....geschafft, liegt....und auch noch in Laufrichtung, cool!

Tröööööt, pfffeifffff, quiiieeeetschhhhh, gröööööööööl“ - der Fanclub gibt richtig Gas. Wir haben aber auch nur die Besten der Besten mitgenommen. Sabine, München-Nord erprobt, die wissen wie man gewinnt und jubelt. Diana und René geben bei ihrem ersten Faneinsatz beim KfT das Beste. Alex und Helga, kampferprobt bei vielen Schlachten. Uli und Helga souverän an der Tröte. Dieter, Hiltrud, André und Andreas komplettieren mit tosendem Applaus die Geräuschkulisse.

Die Helfer machen sich schon warm und uns bleibt ein entspanntes Durchatmen und Konzentration auf Teil C. Ich schnappe mir meine Schützlinge gleich am Platzende. Orca bekommt die Beißwurst, Heike ein Lob. „Das hast du gut gemacht, tolles „Fuß“-Kommando beim Apportieren. Beim Voraus bist du schön weit gelaufen“ etc. Was anderes darf man da dem Hundeführer sowieso nie sagen. Auch wenn die Unterordnung grausam gewesen wäre - immer schön loben. Bei einem Boxer am Ring sagt man nach der fünften Runde ja auch nicht „Hey du blutest ja schon ganz schön, sieht so aus, als ob er dich in der nächsten Runde schafft“.

Und die nächste Runde sollte hart werden.

André und Ursula sind von der Fährte schon zurück. 84 Punkte starke Probleme an den Winkeln. Aber soweit noch ganz gut, der erste Hund ist mit 0 durchgefallen. Wie wir später erfahren sollten, folgten noch weitere Missgeschicke in der Fährte. Einzig Ottmar punktete mit 96 wie erwartet. Wir haben ihn natürlich gleich interviewt. Quasi zwischen Tür und Angel, denn es kommt ja noch: der Schutzdienst!

Wir stehen wieder hinten am „Olympiator“ und bekommen teilweise noch den Schutzdienst des letzten Teilnehmers mit. Ein Hund war schon wegen Ungehorsam durchgefallen und das bisherige Highlight war Leonardo.

    Uwe:Denk daran, beim Ablegen zur Flucht, nicht ganz vorne, sonst richtet sich der Hund zu stark nach rechts aus, lieber einen halben Meter nach hinten versetzt, damit Orca nach vorne startet.“
    Heike: Ja,ja“
    Uwe: Wir warten noch auf die Musik, vorher läufst du nicht los!“
    - Wenn wir schon soviel Zeit in die Songauswahl stecken, muss sich das auch rentieren.
    Heike: Ja,ja“

Nanu, da säuselt etwas leise vor sich hin? Und deshalb habe ich extra den Verstärker aufgebaut, kann man ja von hinten kaum hören! Aber los geht’s!

    Mach ihn fertig, niete ihn um, zieh ihn raus, pack den Lump“, das gebe ich Orca noch mit auf den Weg!

 Ich halte die Luft an. Ich glaube ich habe während des Schutzdienstes nur zweimal geatmet. Jawohl, das Revieren sieht flüssig aus, alle Zelte genommen, auch das Letzte. Huch, den Kopf von Orca sehe ich ungefähr auf 1.60 m Höhe. Das sieht nach leichtem Belästigen aus.

„Hier Fuß!“ - Hund kommt.
Der Helfer tritt heraus, Orca liegt ab, hoffentlich hat Heike das jetzt auch richtig gemacht. Flucht und zack....vereitelt! Scheint gut funktioniert zu haben.

„Auuuuusssss!“ - Und der Hund ist raus. Angriff, Stockschläge, Aus, Transport, nochmal Angriff, etc. alles funktioniert, wie trainiert. Auch ein leichter „Zurückhüpfer“ ins Fuß beim ersten Rantreten. Aber wir hatten da so unsere Probleme mit dem Belästigen. Wieder ein, zwei Punkte die wir wohl opfern müssen.

 

Teil 2, Tim rennt, Orca auch, nur in entgegengesetzte Richtungen und das ist gut so! Er schreit was das Zeug hält – na, wenn Heike dann beim Transport „Helfer halt“ ruft, weiß er, was ein richtig lautes Kommando ist :-). Hund beißt, wird bedrängt und der Helfer stellt ein.
Auuussss!“ - nanu? Orca beutelt und beutelt. Gehst du raus, gehst du raus, gehst du raus........puh, geschafft! Den toten Mann beherrscht Tim echt. Das war aber haarscharf am zweiten Kommando vorbei!

Angriff, Stockschläge und das nächste Aus sitzt. Noch ein kleiner Belästiger zum Schluss und der Schutzdienst ist geschafft! Und ich beeile mich, dass ich mit meiner Mini-Beiwurst nach vorne komme, sonst gibt’s Ärger!

Und wer denkt damit ist die Arbeit der Coaches beendet, hat weit gefehlt. Jetzt geht’s erst richtig los! Die Fährtenergebnisse sind beunruhigend, das bedeutet noch eine Trainings-Fährte am Abend. Die Schutzdienstergebnisse sind auch nicht brillant, das bedeutet noch einen Schutzdienst am Abend für Karo und Oberon. Wir treffen uns in besagtem Waldweg und trainieren ein paar lockere Anbisse mit tiefer Armhaltung und das Aus am “toten Mann”. Normalsterbliche Spaziergänger kommen vorbei und schütteln – zumindest innerlich - den Kopf. Obwohl wir ganz unbeteiligt in der Gegend herumstehen. Eben noch mords Getöse und jetzt sitzt da einer mit einem ganz unauffälligen Jute-Ärmel auf einem Baumstumpf. Das Training verläuft recht positiv. Anschließend sucht Ottmar für uns noch einen geeigneten, “prüfungsähnlichen” Acker. Neben dem Friedhof werden wir fündig und legen eine Fährte. In diesem Acker haben das wohl die letzten Tage schon mindestens zehn Mann gemacht. Wunderbar, trainiert gleich Verleitungen.
Von den kopfschüttelnden Friedhofsbesuchern brauche ich wohl nichts erzählen, als wir in unseren Gummistiefeln über den Acker schlappen.
Aber auch das Training war positiv. Wir düsen zum Hotel, springen unter die Dusche und machen uns hübsch für den bunten Abend. Dort lassen wir den aufregenden Tag entspannt ausklingen und lachen noch viel über Hundeführerlatein und Andreas' Urlaubserlebnisse aus Asien.

Sonntag

Ein neuer Tag, ein neues Glück. Und Glück brauchen wir. So wie es punktemäßig aussieht, sind wir – eine gute, bestandene Fährte vorausgesetzt – ganz gut dabei. Ich versuche Druck herauszunehmen:

    Also, wenn wir die Fährte jetzt gut machen, sind wir vorne dabei! Streng dich an!“

Ist mir wohl misslungen, Heike schafft beim Frühstück nur ein halbes Brötchen.

Beim Warten auf die Abfahrt der Fährtengruppe bleibt Heike lieber im Auto. Sie kann das Gequatsche über längst vergangene Fährtenergebnisse und Hunde nicht ertragen. Ich diskutiere da natürlich kräftig mit! Das gehört zu meinen Aufgaben als Betreuer!
Alex hat versprochen als stiller Beobachter dabei zu sein und dadurch seelische Unterstützung zu leisten. Ich habe den Sportsfreund auch noch nie so still im Auto sitzen hören!

Nach kurzer Fahrt parken wir neben dem Acker.

    Heike: „Saat, na toll!“
    Uwe: Das ist keine Saat, das ist nur leichtes Grün!“
    Heike: Und wir haben blanken Acker trainiert!“
    Uwe: Ja, aber dafür sind tolle Maulwurfshügel drin, guck mal!“

Als Beruhiger bin ich heute einfach nicht in Form.

In den Acker sollen sieben Fährten hineinpassen, die sind bestimmt recht schmal. Heike lost die letzte Fährte, das ist ja mal wieder typisch. Das mir das auch immer so geht, kann sie nicht aufmuntern.

Ich gebe das Los per Telefon dem Rest-Fanclub im Stadion bekannt. Dort muss ja für Ursula Kulisse sein und wir wollten eh niemanden dabei haben.

    Ist Ursula schon dran?“
    Nein, die nächste Paarung!“

Die ersten Fährten sehen recht gut aus. Ganz verschiedene Formen und teilweise sehr kurze Schenkel. Die letzte Fährte muss ganz am Ende des Ackers sein und er läuft schräg zu.

    Uwe: Pass auf, das könnte eventuell eine Treppe sein, die sie da reingelegt haben. Ich würde das so machen.“
    Heike: Wann soll ich denn hochgehen?“
    Uwe: Wir sehen uns jetzt die Fährten an, und wenn der vorletzte Starter hochgeht, dann holen wir den Hund, und wenn der vor dir fertig mit Suchen ist, dann läufst du nach hinten.“

Heike hat natürlich keine Ruhe und geht schon vorher zum Hund. Das Telefon klingelt.

    Und, sucht Heike schon?“
    Nein, noch einer vor ihr, ist Ursula schon gelaufen?“
    Steht gerade mit Oberon beim Ablegen!“
    Aha.“
    Jetzt sieht sie den Richter an.“
    Hmm.“
    Jetzt sagt sie Platz.“
    Hmmhmm.“
    Jetzt legt sich der Hund.“

Also dafür habe ich jetzt keine Ruhe und lege auf. Wir müssen uns aufs Suchen vorbereiten.
Hier ist meine Fähigkeit als Leinenentdrösler gefragt. Die wird sauber ausgelegt am Hund festgeklickt und auf geht’s.

Ich kann gar nicht hinsehen! Orca sucht, das sieht schon mal gut aus. Da, ein kurzer Zögerer, wenn das mal nicht der Gegenstand war. Nein, war er nicht, sie sucht weiter und legt sich zwei Leinenlängen später brav hin. Erster Winkel, ok. Zweiter Winkel, der dauert etwas länger, aber immer noch ok. Flup – schon wieder ein Gegenstand. Dritter Winkel, nach außen, hab ich's nicht gesagt, eine Treppe! Vierter Winkel, boah war der Schenkel kurz, das war ja nicht mal eine Leinenlänge! Aber auch der ok und da liegt sie wieder am letzten Gegenstand. Wir haben die Fährte! Meinen Stein hat man bestimmt weit plumpsen hören. Und, was sagt sie?

    95!“

Wow, 95, das ist Klasse, das sind dann 272 und ein SG auf der Deutschen. Na, wenn das nichts ist! Ab zum Telefon.

    Wir haben 95!“
    Super, Glückwunsch.“
    Und ganz leise aus dem Hintergrund hört man „Was, wie viel?.......95......toll....Glückwunsch!“
    Was ist mit Ursula?“
    Ah nicht so toll. Oberon ist ganz manierlich gelaufen, schöne Freifolge, auch die technischen Übungen hat er schön gemacht. Aber das Apportieren! Die Kletterwand war weg ...“
    Ah, Mist, wir kommen gleich, dann sehen wir noch den Schutzdienst.“

 

 

 

Nach wilder Fahrt, sehen wir vor dem Stadion schon Ursula und André stehen. Ich plärre noch etwas aus dem Fenster, wie „Macht ihn fertig!“. Macht man halt so! Die kopfschüttelnden Passanten ignoriere ich.

Wir hetzen nach vorne und schaffen es gerade, uns gut in Position zu stellen, bevor Oberon reviert. Das macht er sehr ordentlich und ziemlich zügig. Wie auch den gesamten ersten Teil. Naja er belästigt sich so durch. Aber dem Helfer hat der „kleine Schweizer“ gefallen.

 

Offenbar findet Oberon den Richter viel besser, denn im zweiten Teil steuert er diesen zuerst an. Aber Tim ist Profi - um durch „Vertreibungslaute“ im richtigen Moment, den Hund auf den rechten Weg zu bringen.

Tja, wir müssen halt noch einiges Lernen, aber der Applaus entschädigt doch für alles. Unsere Fankurve gibt auch richtig Gas ! Am Sonntag noch verstärkt durch Dagmar und Lilo, die nachts um drei aufgebrochen und mit Bleifuß nach Dorsten gerast sind.

Und dann endlich Entspannung. Endlich etwas essen und endlich ausgiebig Klönschnack. Wir hatten unsere Fans richtig vernachlässigt. Aber wenn man in Anspannung ist, kann man sich schlecht unterhalten. Das wurde jetzt nachgeholt. Da man immer die gleichen Leute auf diesen Veranstaltungen trifft und inzwischen auch alle kennt, muss man auch mit allen kurz reden. So verrann die Zeit bis zum letzten Starter wie im Flug.

Und je länger die Veranstaltung dauerte, umso besser unsere Platzierung. Ausfälle in Fährte und Schutzdienst sorgten dafür, dass unser Team am Ende jubeln konnte:

    Wir sind Fünfter!“ 
    (Heike Ritthammer und Orca v.d. Laubenhaid mit 95, 92, 85, gesamt 272 Punkten)

und natürlich

     „sind wir auch 18ter!
    (Ursula Linder und Oberon v.d. Laubenhaid mit 84, 72, 80, gesamt 236 Punkten)

Stimmt, „wir“. Alleine schafft man das nämlich nicht. Es braucht immer ein Team im Hintergrund, auf das man sich verlassen kann. Deshalb nochmal Dank an alle, die uns unterstützt haben!

Unsere Abschlussfeier stieg dann nach der Siegerehrung und den obligatorischen Fotos stilecht im McDonalds in Dorsten. Ein alter Brauch, bei dem man zusammen noch ein schlabbriges Weißbrot ist, bevor man bis zur nächsten Meisterschaft wieder auseinander geht. Unsere Megabestellung wurde uns sogar an den Tischen serviert. Und mit Cola light prosteten wir uns nochmal „auf dieses wunderschöne Wochenende“ zu.

Bis zum nächsten Mal! 
Uwe Ritthammer

 

Bericht zur Klubfährtenhund-Siegerprüfung in Schönebeck/Elbe v. 29.-30.10.2005

Nachdem wir bisher immer als Schlachtenbummler an der KFSP teilnahmen, war dieses Jahr alles anders. Der LRO schickte mir gut 14 Tage vor der Meisterschaft eine Einladung zur KFSP 2005 in Schönebeck, da wir uns als Landesgruppensieger bei der LAP der LG Nord qualifiziert hatten.

Die Welt war soweit in Ordnung, bis das kleine „R“ (Ramses) auf einmal dicke Lymphdrüsen bekam und der Tierarzt mir mitteilte, dass Matey mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit dem gleichen Virus verseucht werden würde. Also ab zur Apotheke und Echinacea in der „Klinikpackung“ eingekauft! Lt. unserer lieben erfahrenen Züchterin ein probates Mittel, um die Abwehrkräfte zu stärken.
Matey fand diese Tabletten super, da er sie natürlich immer in kleinen Hackbällchen serviert bekam. Nun wurde täglich der Hals abgetastet, auch des Nachts auf Mateys Atem gelauscht, würden wir evtl. die Teilnahme krankheitsbedingt absagen müssen?

Gott sei Dank war der Hund auch am Freitag noch immer beschwerdefrei und wir machten uns guten Mutes auf den Weg Richtung Sachsen-Anhalt.

Vor unserem Hotel standen schon unsere Mitstreiter aus der Landesgruppe Franken-Oberpfalz, Helga+Uli Vollmer mit Titus und Sabine Jung mit Nellie (Nessaja). Nach freudiger Begrüßung von Mensch und Tier wurde beschlossen, einen flotten Kaffee einzunehmen und danach die Örtlichkeiten in Gnadau zu inspizieren und wenn möglich noch ein Probefährtchen zu legen.

Gesagt getan, zum Vereinsheim in Gnadau war es nur ein Katzensprung und wir trafen dort auch einige Sportfreunde, die die gleiche Idee hatten. Fährtengelände musste nicht lange gesucht werden, ein Stück Brachland befand sich direkt neben der Sportanlage. Bei strahlendem Sonnenschein und leichtem Lüftchen überprüften Matey, Nellie und Titus das fremde Erdreich. Matey sah sich die Winkel sehr genau an, Titus benötigte hier und da etwas mehr „Aufmerksamkeit“ und Nellie wünschte sich mehr Sorgfalt bei der Auswahl der Gegenstände, einer gefiel ganz und gar nicht. Alles in Allem zufrieden stellend.

So ließen wir den Abend im Restaurant unseres Hotels ausklingen. Zu später Stunde trudelten dann noch Heike und Hiltrud mit der frisch verheirateten Lotte und den kleinen 4-Beinern ein.

Am Samstag morgen, inzwischen war auch der Rest des Fanclubs (Uwe und Dieter) eingetroffen,  ging es dann ans Eingemachte. Beim Frühstück wurde schon ein Schlachtplan für das Losen erstellt. Für uns war klar: Nur nicht am Samstag, bloß nicht unter den Ersten! Bei Uli klappt es auf Anhieb, er startet am Sonntag, nun Sabine, Startnummer 7 am Samstag. Ich ziehe die Nummer 3, ebenfalls am Samstag.  Nun ist nichts mehr zu ändern, was solls!

Der technische Leiter, Gerhard Wesche, weist noch in einer kurzen Rede auf das hervorragende Gelände hin, fast für alle Neusaat, so dass sich die Punkte wohl bei den Übergängen und den Gegenständen entscheiden würden. Also ideale Bedingungen, da auch die Sonne für beide Tage gebucht wurde.

Nun ging es los und nach 20 Minuten erreichten wir das Fährtengelände, Neusaat und Grün, wie versprochen, so weit das Auge reicht.

Langsam wird es ernst, Startnummer 1 begibt sich zum Richter, Anmeldung und los geht’s, doch………nicht lange, Verleitung!!! Abruch………würg! Nun die Startnummer 2. Ich schaue mir noch den ersten Schenkel an, sieht gar nicht schlecht aus, aber nun schnell zum Auto, Matey vorbereiten.
Auf dem Weg zu meiner Fährte kommt mir die Nummer 2 entgegen. „Wie ist es gelaufen“ frage ich, Durchgefallen – Verleitung kommt die niederschmetternde Antwort. Würg, würg!
Ein Kribbeln im Bauch, kein Speichel im Mund, wie soll man sich da bloß anmelden?
Dem Leistungsrichter das Sprüchlein entgegengehaucht und nun kann uns nichts mehr aufhalten. Der erste Schenkel ist endlos lang, es geht einen Hügel hinauf, der Hund verweist nichts, aber ich habe auch keinen Gegenstand gesehen, also geht es weiter. Auf einmal ein zögern, Matey bleibt stehen, orientiert sich kurz und biegt nach rechts ab, puhhhh, erster Winkel geschafft, hat aber wohl einen Punkt gekostet. Der zweite Schenkel scheint noch länger, und nach fast2/3 liegt der Hund auf einmal, zwar leicht schräg, aber erster Gegenstand verwiesen. Wieder ein Punkt verloren, aber wir sind noch im Rennen. Nach weiteren 100 Schritten zuckt Matey kurz, dreht sich um, korrigiert sich und folgt der Fährte nach rechts.

Den dritten Schenkel, Hügel wieder abwärts Richtung Weg kann ich sehr gut sehen, leider aber auch die Verleitung, die sich wie ein hellgraus Band quer über meine Fährte zieht. Nun hilft nur noch Beten!!! Lass uns bitte das Ziel erreichen!!! Matey nähert sich der Verleitung und…………..geht ohne Zögern sauber weiter. Nächster Winkel, wieder leicht überlaufen, aber selbständig die Kurve bekommen, wieder der eine oder andere Punkt weg, mach nichts, es läuft immer noch gut. Zweiter Gegenstand, Holz, Matey bleibt stehen, überzeugt sich, es ist tatsächlich ein Gegenstand und endlich liegt er. Das hat wieder etwas gekostet. Vierter Winkel, wieder leichte Probleme, es ist aber an diesem Hügel auch extrem windig, was solls, er sucht sich wieder selbständig ein. Nun schnell wieder mit dem Beten beginnen, denn jetzt müssen wir zum zweiten Mal über die Verleitung. Was für ein braver Bub (hätte Hiltrud jetzt gesagt*grins*), er geht schnurstracks drüber hinweg, ich bin jetzt schon happy. Nach dieser Schwierigkeit klebt mir das T-Shirt am Körper, die Knie sind weich und das Wasser schwappt in meinen Stiefeln*grins*! Fünfter Winkel, ordentlich. Dritter Gegenstand wieder leicht schräg,  sechster Winkel perfekt und nun der letzte Schenkel, ich kann wieder alles sehen. Matey geht sauber über die Straße und verweist auf dem braunen Acker den letzten Gegenstand ganz gerade.
Schnell abgemeldet, bevor ich kollabiere. Auch dem Hund sieht man an, dass er sich ordentlich durchgekämpft hat! Was hatten wir uns vorher ausgemalt. Ziel erreichen, alle Gegenstände verweisen und nicht Letzter werden. Soll also erfüllt. Abmeldung beim Richter, Besprechung, er hat alles gesehen und gibt uns 86 Punkte, ich bin zufrieden. Der Fanclub offensichtlich auch, wir werden geherzt und gedrückt, auf einmal läuft auch die Speichelproduktion wieder an!!!

Schnell den Hund zum Auto gebracht, die Belohnung (hatte ich ihm vorher schon mal als Anreiz unter die Nase gehalten) ins Maul gestopft und ab zu den nächsten Fährten.

Am Abend sind wir dann doch ziemlich fassungslos, denn am ersten Tag sind tatsächlich nur 2 Teams ins Ziel gekommen. Selbst unser Geheimfavorit, Sabine mit Nellie, ging, obwohl wir alle verfügbaren Daumen drückten, in die Verleitung. Somit war Matey Tagessieger!

Am Sonntag ging es dann wieder in allerschönstes Gelände! Da ein Teilnehmer eine Ersatzfährte bekam, sahen wir noch 9 Teams. Wollte ich doch ursprünglich gerne am Sonntag suchen, war ich jetzt heilfroh, dass ich alles schon am Samstag hinter mich gebracht hatte und nun  ganz entspannt alle weiteren Fährten anschauen konnte. Leider hatten auch am zweiten Tag die Hunde Ihre Schwierigkeiten. Beim Beobachten von 2 Teams hatte ich den Eindruck, dass sie mit einem Superergebnis aus der Fährte kommen würden. Die Besprechung ergab dann allerdings bei der einen, dass ein Gegenstand sowie mehrere Winkel überlaufen wurden. Bei der anderen der Hund 3 Gegenstände nicht verwies. So fielen weitere 4 Teams durch (leider blieben auch Uli und Titus nicht vom Pech verschont) und die bestandenen Fährten blieben alle unter 86 Punkte.

 

Wollten wir doch eigentlich nur durchkommen, waren wir am Ende des Tages auf einmal mit nur 86 Punkten Deutsche Meister FH 1! Schwer zu glauben, aber die abschließende Siegerehrung lies keine Zweifel mehr aufkommen!

Hier noch einmal ein herzliches Dankeschön an den mitgereisten Fan-Club sowie alle Daumendrücker!!! 

Alex Findeisen und Matey

 

VDH DM IPO 2005 - Wieder ein Bericht

Zwei Wochen vorher

Nachdem Lotte, von einer größeren Verletzung an der Zunge mit Antibiotika behandelt, in Torgau leicht geschwächt an den Start ging, reichte es in diesem Jahr nur zum Ersatzhundeführer. Und so malte ich mir für die Tage vom 5. bis 7.8. ein ruhiges Urlaubswochenende aus, an dem ich – vom KfT gesponsert – mir die VDH DM IPO in Geislingen ansehen könnte. Wer sollte da schon ausfallen?

Zwei Wochen vor dem Ereignis dann die frohe Botschaft unseres Leistungsrichterobmannes, dass alle Teams startberechtigt wären. Panik! Kein spezielles Training bis zu diesem Zeitpunkt, viel Arbeit und das Haus voll unserer 4-wöchigen, süßen Welpen. Tolle Voraussetzungen!
Dafür war Lotte gesundheitlich wieder fit, wir hatten sie vorher beim Tierarzt von Kopf bis Pfote durchchecken lassen.

Ich erhöhte erstmal das Lauftraining, um den Hund noch etwas besser in Kondition zu bekommen – gleichzeitig etwas weniger Futter, ich will ja nicht mit Specky-Lotte anrücken. Fährtentechnisch sollte das Gelände ja Wiese sein. Da ich in diesem Jahr alle meine Prüfungen auf Wiese gesucht hatte, war ich in diesem Punkt ziemlich beruhigt. Ich trainierte nur noch drei Mal: Normale Wiese, 50cm hoch und frisch abgemäht. Egal was kommt, wir sind vorbereitet!

Unterordnungstechnisch hatte ich Lotte schon zur Kreisausscheidung für die bayerische Meisterschaft gut im Griff (95 Punkte) . Hier galt es, den bestehenden Stand zu halten und nur noch das Apportieren über die Hürde zu verbessern. Sprich weg mit dem Streifen und Schluss mit dem Geknautsche.

Im Schutzdienst musste ich noch am Meisten tun. Verletzungsbedingt hatten wir hier nicht viel gemacht. Und bei einem nun doch schon 7 ½ Jahre alten Hund merkt man das fehlende Training im hohen Belastungsbereich. Wir feilten vor allem am Verbellen und an der grundsätzlichen Einstellung des Hundes. Es sollte ja ein tierisch schneller Helfer in Teil 1 zum Einsatz kommen. Über Telefon und Email hörten wir schon Schauergeschichten. Irgendwo bei München sollte er auf einem SV-Platz arbeiten. Ob wir vielleicht doch noch mal zum Training dorthin fahren sollten? Auf Nachfrage wurde uns mitgeteilt, dass schon extra Übungstage für die VDH-DM-Teilnehmer dort eingerichtet wurden.

Hatten wir das nötig? Die DM soll doch zeigen, dass der Hund die Qualität hat, auch mit unbekannten Helfern fertig zu werden . Nicht mit einem Bekannten, mit dem man schon zig Mal trainiert hat! Außerdem haben wir bisher noch jeden Helfer erwischt. Siehe Torgau und DM im letzten Jahr. Mein Helfer Stephan ist zwar vielleicht nicht mehr ganz so fix wie in jungen Jahren (Verzeihung ;-)) aber nach dem Spruch „Stefan, der soll sauschnell sein, gibt mal richtig Gas“, war ich doch überrascht, was noch alles in ihm steckt. Vielen Dank an der Stelle Stephan Übelmesser – dafür bringen wir Bora zur VPG 2 auch einen ordentlichen Rückentransport bei!

Eine Woche vorher kam dann auch der offizielle Trainingsanzug gesponsert von Mera Dog bei uns an. Ein wirklich schmuckes Teil, mit einem kleinen Haken. Die Hose ging mir bis zum Hals! Da sehe ich Lotte in der Unterordnung ja nicht, wenn die Hose über dem Hund baumelt. Ich entschloss mich also die Jacke zu tragen und lieber in schwarzer Jeans zu führen!

Und so fuhren wir gut gelaunt mit einem schon leicht flauen Gefühl im Magen am Donnerstagabend nach Geislingen in Baden-Württemberg.

Donnerstag

In der Ruhe liegt die Kraft. Und wenn man am Trainingstag Ruhe haben will, muss man schon einen Tag vorher anreisen. Wir kamen also am Donnerstagabend gegen 19.00 Uhr in Türckheim bei Geislingen an. Hier lag unser Hotel von dem aus es noch einmal ca. 7 Kilometer bis zum Sportstadion waren. Auch dieses besuchten wir am Abend noch kurz, um uns mit der Wettkampfstätte vertraut zu machen. Nach einem kleinen Happen beim Chinesen ging’s ab in die Heia – es würde ja ein anstrengendes Wochenende. Ich wunderte mich übrigens über meinen noch vorhandenen Appetit. Sonst sind Prüfungswochenenden immer Diätwochenenden. (Im Nachhinein kann ich verraten, dass ich doch beinahe ein Kilo abgenommen habe. Diese Diätform kann ich wirklich nur empfehlen!)

Freitag

Wir wollten unbedingt das Training aller Mannschaften miterleben. Das ist mindestens genauso interessant wie die eigentliche Prüfung. Vielleicht nicht ganz so spannend und nervenaufreibend. Um 8.00 Uhr sollten die Rottis an die Reihe kommen. Punkt 8 waren wir also im Stadion, ebenso wie die Rottweiler und Boxer (die nächste Gruppe). Aber das war’s auch schon. Kein Offizieller, keine Geräte auf dem Platz, von Bringholz keine Spur und niemand wusste wo, was, wie hingestellt werden sollte!
Das ist natürlich ungünstig, wenn nach Zeitplan für jede Mannschaft pro Hund nur etwas 7.5 Minuten vorgesehen sind!

Zum Glück war der Hausmeister vor Ort, der die nötigen Räumlichkeiten öffnete und so legten die Hundeführer selbst an und bauten die Gerätschaften auf. Um 8.30 trafen dann die ersten VIP’s ein und endlich konnte mit dem Training begonnen werden.

Die Terrier mussten laut Plan um 10.55 Uhr ran, was sich natürlich etwas verschob. Es ist schon etwas Koordinierung nötig, wenn sieben Hunde gleichzeitig noch mal ‚schnell’ laufen, apportieren, voraus senden und Revieren wollen. Deswegen legten wir vorher eine kleine Reihenfolge fest und…..standen prompt alle gleichzeitig vor der Hürde!
Wenige Minuten später hatten wir unser Knäuel aufgelöst und jeder konnte tatsächlich geschwind alle Übungen durchmachen. Lotte zeigte sich sehr triebig, sprang ohne zu streifen über die Hürde und das Knautschen war auch eher mäßig. Beim Voraus flog sie zielstrebig voran. Und auch das Revieren klappte nach einem „Loooootttteeeeeee“-Schrei am zweiten Versteck recht ordentlich!

Das Training gab Gelegenheit zu beobachten, dass die anderen Teams auch nur mit Wasser kochten. Hier klappte das Voraus nicht, dort kletterte der Hund über die Hürde und beim nächsten wurde ein Versteck ausgelassen…..die Nerven liegen halt bei jedem blank!
Dann gab es noch den Probeschutzdienst zu bewundern. Diesmal über eine Stunde lang, mussten die zwei Helfer-Teams an 9 Hunden zeigen, ob sie der Meisterschaft gewachsen sind. Größere Schwierigkeiten waren nicht zu erkennen, außer dass der Punkt zum Ablegen des Hundes bei der Flucht etwas eigenartig eingestreut war. Hinterher fachsimpelten die einzelnen Teams noch, wo wohl der beste Platz für die Ablage wäre…

Der wichtigste Moment bei so einem Event, ist die Auslosung der Startnummer. Hier muss man die passende Nummer losen, sonst startet man – wenn man Pech hat – zur absoluten Unzeit! Der Zeitplan sah vor, dass die erste Unterordnung am Samstag um 6.00 Uhr (!!!) auf der Platzanlage stattfindet. Wenn man vorher noch mit den Hunden raus muss und seinen Hund vorbereiten will, muss man ja schon um 4.00 Uhr aufstehen. Alles, nur das nicht! Wir nahmen uns also vor, eine Nummer größer 40 zu losen. Hier wäre am Samstag Vormittag um 9.00 Uhr Fährte und Sonntag um 11.00 Uhr Unterordnung – perfekt!

Ab 19.30 traten die einzelnen Teams zum Auslosen an. Jetzt galt es. Nur an eine Nummer denken. Z.B. die 42, 42 ist gut….42…..42……42……42……42……Los greifen…..42…….42….Los öffnen………………………………..die 1!
Ja kann das denn wahr sein? Da liegen 50 Lose in der Kiste und ich Idiot lose die 1. Na toll, das fängt ja schon mal gut an! Der Abend war gelaufen, noch ein kurzer Spaziergang, krampfhaft Argumente suchen, warum die 1 eine super Startnummer ist und dann „Gute Nacht“!

Samstag

4.10 Uhr, der Wecker klingelt. Oh Mann – ist mir schlecht! Wir machen uns fertig und düsen ab zum Stadion. Dort wollte ich noch mal mit dem Hund spazieren. Als wir um 5.20 Uhr ankommen ist alles stockfinster. Außer dem Parkplatzwächter und einigen weiteren armen Hundeführern ist niemand zu sehen. Man soll kaum glauben, wie schnell die Sonne aufgehen kann! Eine halbe Stunde später ist es hell! Der wolkenbruchartige Niederschlag der nachtsüber niederging hat sich in leichten Niesel verwandelt. Und um kurz nach 6.00 Uhr sage ich Edgar Scherkel mein Sprüchlein auf „Hundeführer Uwe Ritthammer meldet sich mit Lotte v.d. Laubenhaid zur IPO 3, Abteilung B“.

Wir waren mit dem Ziel angerückt die Unterordnung mit 70 zu bestehen, weil Herr Scherkel ja ganz hart richten sollte! Ich versuchte also für die bereits anwesenden ca. 60-70 Zuschauer und die verstreuten 20 Offiziellen eine ordentliche Unterordnung abzuliefern. Lotte lief wie immer, mit ordentlich Dampf, bedrängte leicht und machte alles mit! Die Zuschauer waren übrigens nur meinetwegen so früh aufgestanden, das hatte nichts damit zu tun, dass in der nächsten Paarung Theo Sporrer lief und noch eine Paarung später Michael Manhart!
Lotte machte ein ordentliches Sitz, Platz und Steh (Heike sagte, es wäre Lottes bestes Steht überhaupt gewesen – ich konnte es ja nicht sehen). Das Knautschen beim Apportieren hielt sich in Grenzen, beim Rücksprung über die Hürde touchierte sie leicht mit der Zehe und dann kam ein geiles (das Wort muss man hier einfach verwenden) Voraus! Natürlich mit Szeneapplaus. Bei jeder Vereinsprüfung werden die Zuschauer zur Ruhe verpflichtet, um ja nicht einen Mucks von sich zu geben, bevor der Hundeführer beim Hund ist und der womöglich aufsteht. Das ist hier etwas anders. Wenn den Zuschauern etwas gefällt, dann zeigen sie das auch sofort und machen ordentlich Getöse. Auch das muss man mal trainieren! Aber Lotte lag und wartete brav, bis ich sie abholte und zum Ablageplatz führte. Der Richter war hier übrigens immer auf Hundeführerhöhe. Also maximal 3 bis 5 Meter vom Hund entfernt bei allen Übungen, auch bei der Ablage lief er extra mit zum Ablageplatz! Hier waren wirklich keine unbemerkten Führerhilfen möglich!

Hinter dem Versteck hatte ich Zeit die Zuschauer zu zählen, mir den Regen aus dem Gesicht zu wischen und die Unterordnung des nach mir startenden Boxers zu verfolgen. Zum Glück bin ich nicht mit Theo Sporrer gestartet. Sonst sieht das ja total mies aus!
„Abholen“. Und ich holte ab, mit mir zusammen natürlich wieder der Richter!

Von der anschließenden Besprechung habe ich noch folgendes im Ohr. „Der Hund geht bei sehr hoher Motivation nicht immer ganz zielgerichtet und ist teilweise leicht lästig. Der Hundeführer führt sehr sportlich vor“. Soll heißen mein Hund zeigt unheimlich Trieb, bedrängt und ich habe keine Führerhilfen gegeben! Im weiteren Verlauf der Besprechung hörte ich des öfteren die Worte “gut“, einmal auch „sehr gut“ und bei der Kletterwand, dem Voraus sowie dem Ablegen ein „vorzüglich“. Na das müssen doch mehr als 70 geworden sein. „Heute 89 Punkte“! Waaaaaahhhhhnnnsssiiiiinnnnnn! 89 Punkte bei Edgar Scherkel – darauf kann ich mir jetzt aber was einbilden!

Vor allem weil hinterher Theo Sporrer mit 90 Punkten und Michael Manhart mit 90 Punkten nur ein Pünktchen besser waren.
Ich konnte ja meine Unterordnung nicht sehen, aber alle, die mir dann gratulierten – darunter Frau Bremer! – waren voll des Lobes. Anscheinend war’s wirklich ganz gut!

Die Zeit bis zum Schutzdienst zog sich in die Länge. Edgar Scherkel machte wirklich äußerst detaillierte Besprechungen, und richtete konsequent so weiter, wie er angefangen hatte.
Ich fand das Richten übrigens sehr gut! Nicht, weil ich 89 Punkte bekommen hatte, sondern weil H. Scherkel – wie er später auch noch einmal sagte – den freudig laufenden Hund herausstellte. Hunde im Meideverhalten und seien es auch nur kleine Anzeichen davon, wurden mit hohen Abzügen geahndet. Endlich einmal ein Richter, der dazu steht und das durchzieht! Man konnte hier zum Beispiel Hunde sehen, die von Anfang bis Ende eine korrekte Unterordnung zeigten und dafür auf den meisten Vereinsprüfungen ein hohes sg oder sogar v bekommen hätten. Allerdings liefen sie mit hängender Rute, duckten sich beim Hereinkommen ziemlich vor dem Hundeführer und retteten sich beim Apportieren richtiggehend in den Hundeführer hinein. So eine Unterordnung brachte hier ungefähr 82 Punkte!!! Die Besprechung wurde dann gleich eingeleitet mit „Ich glaube hier werden jetzt die Zuschauer etwas anderer Meinung sein als ich, aber wenn ein Hund so im Meideverhalten läuft, reagiere ich darauf allergisch!“

Irgendwann war es dann soweit, der Schutzdienst stand an. Der erste Starter ist irgendwie immer der Blöde. Keine Durchsage kündigte mich an, bzw. kündigte mir an, dass jetzt der Schutzdienst losgeht. Nach ziellosem Herumgeirre konnte mir endlich jemand sagen, dass ich jetzt meinen Hund holen solle! Den Schutzdienst brauche ich im Prinzip nicht detailliert zu beschreiben. Lotte arbeitete wie immer. Das Verbellen, das wir vorher noch intensiv trainiert hatten, klappte recht gut. Sie hätte etwas besser Durchbellen müssen. Auch die Flucht, Abwehr und Rückentransport liefen gut. Beim Überfall dann das Missgeschick, sie rutschte kurz aus dem Arm (frischer Überzug, harter Ebinger-Ärmel, ist einigen anderen Hunde hier und bei der langen Flucht dann auch so passiert), setzte aber gleich wieder nach. Der Rest war in Ordnung, hätte bei der langen Flucht aber besser Durchlaufen müssen.
Herr Diegel vom SV sah allerdings Griffe, die wesentlich voller hätten gezeigt werden müssen. Ich habe mir die DVD gekauft und werde sie demnächst angucken, wenn ich wieder die Nerven dazu habe. Sollte ich Recht haben und die Griffe voll gewesen sein (so sah ich das zumindest aus meiner Perspektive und ich sehe auch nicht alles durch die rosarote Brille!), dann hat Herr Diegel das halt anders gesehen. Sollte H. Diegel richtig liegen muss ich wohl einen Entschuldigungssatz einfügen. Hier übrigens der teilweise Entschuldigungssatz: Teilweise waren die Griffe voll, teilweise nicht! Außerdem hätte ich direkter  zum Hund kommen müssen und im Seitentransport hätte sich Lotte wesentlich führiger zeigen sollen. Und dafür gab’s dann 77 Punkte! Ach ja, noch etwas. Mein Hund sollte die Flucht wirksamer vereiteln. Was heißt wirksamer. Das Hündchen hat knapp über 20 Kilo. Damit bringt man keinen Helfer aus dem Gleichgewicht. Das sieht natürlich bei einem 40 Kilo Schäfer anders aus!
 

Wenigstens sind wir mit unserer Lotte sehr zufrieden, und das ist das Wichtigste überhaupt!

Ziemlich platt trollten wir uns am Samstag ins Bett. Denn wir wollten am Sonntag unserem Airedale-Kollegen als Fanklub zur Seite stehen. Und bereits um 6.25 Uhr war Otmar Goldstein mit Karolin tom Kyle an der Reihe.

Sonntag

Ottmar hatte dann ziemliches Pech. Eine wahre Wasserwand machte ihm und Karo die Unterordnung schwer. Hinterher wurde das Wetter aber zusehends besser.
Ich hatte die letzte Fährtengruppe gelost und war demnach erst um 12.00 Uhr mit Suchen dran. Aber da es viel geregnet hatte und die Temperaturen bei 13 Grad lagen, konnte da nicht viel schief gehen. Und so war es dann auch. Ich musste zwar auf einer eingezäunten Pferdekoppel mit Obstbäumen suchen. Aber darauf hatten schon lange keine Pferde mehr gestanden. Die Wiese war 20cm hoch, mit Klee durchsetzt, sprich das Gelände war einfach. Im Prinzip konnte der Hund gar nicht anders, als dieser Spur zu folgen.
Das taten wir mit hoher Geschwindigkeit! Das hat uns auch die Punkte gekostet. Etwas schneller nach den Gegenständen und nach den Winkeln, macht 93 Punkte! Fährten ist bei solchen Meisterschaften immer recht entspannt. Man schnackt zusammen etwas in der Fährtengruppe, es sind keine Zuschauer da, die Richter sind meist locker. Eigentlich braucht man sich hier nicht aufzuregen.

So hatten wir also insgesamt 93, 89, 77 a = 259 Punkte und damit ein „gut“ und einen 34. Platz (von 53) erkämpft. Mit meinem Hund bin ich zufrieden, mit den Punkten im Schutzdienst nicht ganz. Aber ich glaube, anderen geht es genauso. Ich habe mir mal die Ergebnisse des Mali-Championats angesehen und mit den jetzigen verglichen.

    Karin Arendt mit Sammy du Bois des Trembles, Championat Platz 5, Geislingen Platz 35
    Robert Parak mit Buzz von der heißen Hexe, Championat Platz 6, Geislingen Platz 27
    Uta Bindels mit Lupano’s Ecskya, Cahmpionat Platz 7, Geislingen Platz 33

Und dann noch Platz 8 des Championats, Siegfried Olbrich – mit dem ich mich am Freitag nett unterhalten habe, viele Grüße – durchgefallen. Er hatte großes Pech in der Fährte! Und so lässt sich die Liste noch fortsetzen. Hier herrschen halt eigene Gesetze.

Nächstes Jahr wird es mit Sicherheit keinen Bericht von der DM geben, weil ich mit Oma Lotte, zumindest auf dieser Ebene, nicht mehr starte. Aber Orca steht ja schon in den Startlöchern…

Uwe Ritthammer

 

 

VDH DM IPO 2004 - Ein Bericht

"Was, nur 80 Punkte im Schutzdienst, was ist denn da passiert?", "Was, nur 88 Punkte in der Fährte? Was war da los?", "93 Punkte in der Unterordnung, das war bestimmt toll!".

Solche Fragen hört man als müder und glücklicher Überlebender auf dem 25. Platz der 2. VDH DM IPO 2004 in Bexterhagen. Und weil es so mühsam ist, immer wieder zu erklären, warum Punktzahlen auf so einer Veranstaltung erst mal nur die halbe Wahrheit sagen und weil der Mund schon fusselig ist, gibt's hier jetzt die ganze Wahrheit:

Drei Wochen vorher:

Die letzten Wochen stieg die Nervosität kontinuierlich an. Hatte ich meinen Hund richtig vorbereitet? Waren wir den Anforderungen wirklich gewachsen? Soll ich noch ein Fährtchen oder ein Sportplatztraining einschieben?

Nein, eigentlich sollte alles passen. Hatten wir doch im Vorfeld viel trainiert. Drei Wochenenden bei Melli und Bernd in Schwenningen, Fährtenprobleme unter die Lupe nehmen, Schutzdienst optimieren, Knautschproblem beseitigen. Montags Sportplatztraining mit Unterordnung und Revieren in alle möglichen Richtungen, vielleicht noch ein kleines Fährtchen danach. Dienstags spielerische Unterordnung auf dem Hundeplatz, Schutzdiensttraining mit Stefan beim PSV in Nürnberg. Mittwoch Unterordnung und Schutzdienst. Donnerstag eine kleine Fährte!!! Freitag Unterordnung und Schutzdienst, usw.

Eine Woche vorher:

Warum zum Kuckuck mähen die Bauern eigentlich die Kornfelder nicht ab? Da habe ich auf der DM frisch gegrubberten Acker und hier nur Wiese! OK, nicht ganz, ein Bauer stellte mir freundlicherweise ein zigtausend Quadratmeter großes umzäuntes (!) Brachgelände zur Verfügung, auf dem im Herbst eine Apfelbaumplantage angepflanzt werden soll. Das Gelände war nur dummerweise sehr leicht. Dildei versinkt in seinen Videos kaum weiter im Boden als ich dort. Und dann ... Mittwoch vor Abreise hat sich ein Landwirt erbarmt, abgemäht und umgegrubbert. Juhuuu! Also nach dem Hundeplatz noch schnell eine Fährte auf DM-verdächtigem Gelände.

Donnerstag:

Wir reisten schon einen Tag früher an, um nicht am Auslosungstag im Stress zu versinken. Ein paar Teilnehmer und der Mannschaftsführer unseres KfT-Teams waren auch schon da. Und ein umgegrubberter Acker - weit ab vom tatsächlichen Fährtengelände - den wir ausgiebig nutzten. Kleiner Schock, es lag mindestens viermal soviel Stroh auf der Erde wie auf meinem heimischen Acker bzw. auf jedem Acker auf dem ich bisher gesucht hatte.

Freitag:

Training:
Das Training war zeitlich auf fünf Minuten pro Hund beschränkt und lief nach Verbänden geordnet ab. Wir waren schon ziemlich früh am Platz, um die anderen Hunde arbeiten zu sehen. Wir selbst kamen dann um 13.45 Uhr an die Reihe. 30 Grad , stechende Sonne! Ich duschte vorher meine Lotte und ab ging’s, alle Mann gleichzeitig auf den Platz. In fünf Minuten ist sonst zu wenig machbar. Eben Revieren und die Verstecke zeigen, kurz Fuß laufen, Apportieren, Hürde, Wand und noch ein Voraus über den ganzen Platz. Tja und schon ist die Zeit vorbei, der Hund getrocknet und ich schweißgebadet, weil das Voraus natürlich beim ersten Mal nicht so funktioniert hat, wie ich mir das vorgestellt hatte!

Probeschutzdienst:
Mein Fanclub mit Helga, Alex, Hiltrud und Dieter war inzwischen auch angekommen. Der ist wichtig, ohne geht nichts, das hat Frau Bremer in ihrer Rede bei der Siegerehrung später auch noch mal hervorgehoben! Gemeinsam waren wir auf den Probeschutzdienst gespannt. Helfer Nummer 1 - Rechtsarm! Schreckt mich nicht, ich hetze selbst auch rechts, das hat Lotte quasi mit der Muttermilch aufgesogen! Helfer ziemlich flott, haut schon mit dem Stock recht zu, aber dreht beim Überfall aus dem Rückentransport über den Schutzarm. Sonst tut er dem Hund weiter nicht weh. Helfer Nummer 2 - Linksarm! Auch kein Problem, alle meine Trainingshelfer hetzen links. Rennt los wie von der Tarantel gestochen aber ... nimmt die Hunde wunderbar an und ist weiter problemlos. Die Nerven sind beruhigt!

Auslosung:
Was ist die günstigste Startnummer? Hmmmmm ... vielleicht am Sonntag Unterordnung und Schutzdienst, nicht zu spät, so gegen 9.30 oder 10.00 Uhr. Da muss man nicht so früh raus und es ist noch kühl. Und dann die Fährte am Samstag am Besten etwas früher, weil Sonne sticht und Gelände ist trocken. Welche Nummer müssen wir dafür ziehen? Irgendwas zwischen 12 und 17. OK, volle Konzentration, nur an diese Zahlen denken, …, 12, 12, 12, 12, 12, 12, 12, 12 und es ist .... die 37 - Mist! Unterordnung und Schutzdienst am Samstag zur Mittagshitze und Fährte am Sonntag um 9.30 Uhr wenn eh alles schon ausgetrocknet ist. Toll!

Samstag:

Beim Frühstück hatte ich gar nicht mehr soooo großen Appetit, außer ein halbes Brötchen war nicht viel zu machen. Dafür haben wir etwas länger geschlafen, das ist auch etwas wert. Am Sportplatz angekommen, empfing uns erst mal Verkehrschaos. Die wenigen Parkplätze waren alle von Zuschauern belegt und am Hundeführerparkplatz war keine Kontrolle, sodass die Zuschauer diesen auch beinahe komplett unter Beschlag genommen hatten.

Wir schafften es gerade noch rechtzeitig zu den ersten Schutzdiensten. Edgar Scherkel mit A'Desert der Sonne entgegen. Den dürfte ich nicht verpassen! Schnelle Streife nach dem Scheintäter, enges und drangvolles Stellen und Verbellen. Dann die Ablage zur Flucht ... die Spannung steigt ... der Richter nickt ... der Helfer gibt Gas ... und der Hund ... springt am Ärmel vorbei ... setzt nach … erwischt die Jacke des Helfers ... rutscht aber auch dort ab ... Abbruch! Da bin ich ja platt! Wenn dieser Hund den Helfer nicht erwischt, was macht dann mein Hund? Da war sie wieder, die Nervosität! Das muss man jetzt aber gründlich analysieren! Wo war denn der Hund abgelegen, dass er so vorbeigesprungen ist? In der Mitte des Bereichs, rechtwinklig zum Helfer. Na ja, das ist schon mal schlecht. Also Hund ablegen bis zur Grenze der Markierung und parallel zum Helfer! Beobachten wir doch mal den nächsten Schutzdienst ... Um es kurz zu machen: einer nach dem anderen fiel in dieser Phase durch! Immer das gleiche Problem, die Flucht wurde nicht vereitelt. Von den ersten 18 Startern erging es sechs Hunden so, ein siebter hatte Probleme mit dem Stock von rechts!

Die Devise meiner Analyse war: den Helfer in Teil 1 überleben!

Unterordnung:
Irgendwann war es dann soweit. Ich zog meine KfT-Klamotten an, streifte die Startnummer über, duschte meine Lotte und wir begaben uns in den Schatten hinter dem Festzelt gleich neben dem Platz. Da war es bei über 30 Grad noch relativ angenehm . Mit einer Beißwurst peppte ich Lotte noch etwas auf - schließlich sollte ich laut Katalog zuerst vorführen und ging zur Anmeldung. Mit mir zusammen führte eine Bouvier-Hündin. Etwas überrascht war ich dann schon, als der Leistungsrichter mich zuerst zur Ablage schickte. Da ich vorher meinen Hund aufgezogen hatte war das jetzt auch etwas ungünstig! Lotte war sowieso recht gut drauf und bellte sogar auf dem Weg zum Platz. Aber ein donnerndes Kommando bannte sie in den dort gezogenen Kreis und ich marschierte zum Zelt. Irgendwie war mir übel. Jetzt aber nicht mehr vor Aufregung, sondern ich hatte beinahe noch nichts gegessen und auch zu wenig getrunken für diese Hitze.

        

Und dann ging’s los.
Freifolge und Lotte immer kurz vor der Explosion leicht hüpfend und leicht bedrängend. Wie Bernd Föry einmal zu mir sagte: "wenn der Hund so läuft, sagt jeder draußen: 'Geil, so einen triebigen Hund will ich auch haben', aber Punkte bekommst du dafür keine". Na ja, wenn’s wenigstens halbwegs gut ausschaut. Gangarten mit schönen schnellen Wechseln, Rechtswendungen, kehrt, halten, jetzt bloß die Linkswendung nicht vergessen und rein in die Gruppe. Puh! Kurz durchatmen. 12 Schritte ... "Siiitz" ... perfekt, das sah schon im Augenwinkel verdammt schnell aus, hoffentlich habe ich den Schritt nicht unabsichtlich verlangsamt. Hier lässt der Richter nicht lange warten. 12 Schritte ... "Fuß" ... Laufschritt, 12 Schritte … "Pllllatz" . .. Auch ganz gut, Lotte ist nicht vorher schon langsamer geworden, eher im Gegenteil. "Hiiiiiiiier"... rasant, rasant ... das Hereinkommen sieht draußen bestimmt gut aus. Das leicht schräge Vorsitzen ignorieren wir mal. 12 Laufschritte ... "Schhhteeeh" ... laufen, laufen, laufen ... hoffentlich ist sie stehengeblieben .. und Drehung ... ja, sie steht noch! "Hiiiiiiier" ... und wieder so ein schnelles Hereinkommen und auch noch mit geradem Vorsitz.

        

Bringen auf ebener Erde: da sagt meine Trainerin jedes Mal, ich soll das Holz weiter werfen. Ist als Linkshänder mit rechts dummerweise gar nicht so einfach und gelang mir wieder mal mehr als Hochwurf - denn als Weitwurf. "Bring" ... flott hin. flott zurück ... leichtes Knautschen und etwas weit entfernt.

Hürde: schöner Hinsprung ohne Streifen ... beim Rücksprung leider leicht berührt. Kletterwand: perfekt, jetzt nur noch das Voraus!

Bitte mach es nicht wie gestern beim ersten Mal, sondern lauf durch! 12 Schritte durchhalten, Lotte flippt fast aus ... "Voraussss" ... swuuuuuusch ... Donnerwetter, sogar von den Rängen draußen höre ich ein "oooooohhhhh" ... da kommt das Zeichen des Richters. … "PPPPPPPlllllllaaaaaattzzzzzz"...komm schon leg dich, leg dich, leg dich ... ja, geschafft.

Wie viel Punkte waren das jetzt wohl? Na, ich gebe mir mal 85, das kommt hin. Mann was der Richter alles aufzählt ... "Heute 93 Punkte!" … Wow! Super-Lotte, damit hätte ich echt nicht gerechnet!

Heike steht mit der Beißwurst schon draußen und ... zack ... Hund und Führer glücklich.

Schutzdienst:
Jetzt geht's um die Wurst! Gerade eben ist schon meine Mannschaftskameradin gescheitert. Gleiches Problem wie alle anderen auch, obwohl sie probiert hat ihren Hund optimal auszurichten. Der Richter gibt das Handzeichen ... und … "voran" … "hiiiiierr" ... "voran"… Lotte reviert einwandfrei, war zwar schon mal schneller, aber es war ja auch schon mal kühler als heute um 14.00 Uhr! Sie quert natürlich wieder zweimal hinter mir, aber dafür werden die Zelte sicher angenommen. Was ist das am Zelt, ein kleiner Zögerer? Nein jetzt bellt sie! Ich trete ran ... sie guckt sich kurz um ... sie wird doch wohl nicht vorzeitig kommen wollen? Vielleicht habe ich ein zu böses Gesicht gemach? Nein … bleibt am Helfer ... vielleicht etwas führerorientiert an dieser Stelle.
"Hier.Fusssss". Hund kommt und setzt sich. "Helfer bitte treten sie raus". Ok, jetzt kommt die Schlüsselstelle ... "Fuss" ... genau ins Eck und parallel zur Laufrichtung ... "Platzzz" ... hat funktioniert, liegt genau an der Grenze im optimalen Winkel, jetzt nur noch hoffen ... Helfer gibt Gas und ... ein "bbboooooahhhhhhh" von den Rängen, erwischt! Super, voller Griff auch noch! ... "Auuuusssss" ... gut, bis zum Schluss festgehalten. Angriff! Auch die Stockschläge sind kein Problem. Bewachungsphase ist auch sehr gut, lässt sich keinen Moment ablenken.

 "Helfer gehen Sie fünf Schritte voran" ... nanu, was macht mein Hund, geht beim Helfer Fuss! ... "Fuuuuussssss" … so, jetzt aber, Mist das hat wieder ein paar Punkte gekostet. Überfall aus dem Rückentrasport … passt, Transport passt mit schöner Bewachungsphase. Jetzt nur noch die lange Flucht und wir haben’s geschafft. Der Helfer kommt wieder ziemlich schnell, aber wir haben ihn! Lotte hat wie immer vorher taxiert, aber dafür steigt sie auch niemals aus! "Schutzdienst beendet!" . Der Richter bescheinigt immer volle und feste Griffe, schönes Bewachen. Am Zelt Führerorientiertheit - das hab' ich auch gemerkt - das Fuß vor dem Rückentrasport war nicht ok und Schrittzahlen haben nicht gestimmt. Beim Überfall und der langen Flucht könnte sie etwas besser durchgehen, "Heute 80 Punkte" ... ... was, nur 80 Punkte, wo bitteschön haben wir die Punkte gelassen, zählt ein voller, fester Griff jetzt nichts mehr, und wo ist mein Bonuspunkt für der erwischten Helfer in Teil 1?

Da hilft alles nichts. Auch nicht, dass draußen die Zuschauer inklusive einiger Leistungsrichter den Hund im SG gesehen haben. Aber, wir haben überlebt!

Übrigens zwei Hunde später wird der Helfer in Teil 1 von einem Rottweiler erledigt! Nein, nicht durch einen Biss, sondern der Rotti rennt den Helfer gekonnt so um, dass er einen Meniskusschaden davonträgt und ersetzt werden muss. Durch einen Helfer, der längst nicht so schnell ist, den Arm links trägt und im Prinzip nur im Beutebereich arbeitet. Hier flog dann auch nur noch ein Hund wegen nicht Ablassen durch! Beileid an die ersten 18 Starter!

Sonntag:

Fährte:
Bei leichter Bewölkung waren wir schon um kurz nach sieben zu den ersten Unterordnungen auf dem Platz, bevor wir uns um 9.00 am Parkplatz zur Fahrt ins Fährtengelände einfanden. Die Fahrt wurde durch das Verkehrschaos rund um das Veranstaltungsgelände etwas erschwert und wir blieben erst fünf Minuten stecken. Aber die Fährten-Lotsen behielten die Ruhe - ich leider nicht so ganz.

Das Gelände übertraf noch meine kühnsten Befürchtungen. Sehr trocken, extrem viel Stroh und die Sonne brannte heiß! Dafür loste ich gleich die zweite Fährte. Von Erzählungen der gestrigen Fährtensucher wusste ich, dass der Winkel immer ziemlich bald nach dem Gegenstand kommt. Wenn Lotte so triebig nach dem Gegenstand losgeht, wie sie es manchmal macht, wird das bei dem Gelände schwer! Sie ist auch sehr gut drauf, schon beim Proberiechen neben dem Auto. Und es ist immerhin schon 10.30 Uhr und wird immer wärmer.

    

Auch nach dem Anmelden beim Richter auf dem Weg zum Abgang zieht Lotte noch an der Leine. Ich muss sie unbedingt bremsen! Abgang riecht sie aber lange ab, das ist schon mal gut und geht dann zielstrebig mit tiefer Nase über das Stroh hinweg. Erster Gegenstand! Ich zeige den Gegenstand, nachher ist Loben erlaubt. Was tun um den Hunde langsam zu bekommen? Ein Erdklümpchen vor Lotte auf den Boden geworfen, sollte den erwünschten Effekt bringen. … "Suuuuch" … Lotte schießt hoch ... steht ... schnuffel, schnuffel, schnuffel und geht im zügigen Tempo weiter. So schaffen wir das, die Hilfe funktioniert. Am letzten Winkel ein leichtes Problem, Lotte kreist, vergewissert sich nach links und nach vorne ... nein, es geht doch rechts. Jetzt kann nicht mehr viel schief gehen ... wann kommt den endlich der letzte Gegenstand, ich bin doch schon beinahe bei den Leuten. Da! Mal sehen, ob der Richter die beiden Hilfen bemerkt hat? Er hat! Und noch viele andere, die ich gar nicht gegeben habe, ist ja witzig. Drei Punkte für langsames Verweisen plus noch mal drei Punkte, weil ich gewartet habe , bis der Hund liegt. Hä? So ein Schwachsinn, wäre ich weitergegangen, hätte er mir das als Führerhilfe abgezogen, weil der Hund noch nicht lag. Das ist wirklich Käse. Dann noch zweimal zwei Punkte für die Hilfen, die ich an beiden Gegenständen wirklich gegeben habe! Und am letzten Winkel hat er natürlich auch noch eine nicht vorhandene Hilfe gesehen, wieder ein Punkt, plus natürlich noch das Kreisen. "Heute 88 Punkte". Na das passt doch. Rechnen wir im Geiste die fantasierten Führerhilfen weg sind wir bei 92. Herr Reiser (ja, der Dr. Helmut Reiser), der zufällig bei meiner Fährtengruppe als Zuschauer anwesend war (und übrigens den Schutzdienst von Lotte aufmerksam beobachtet hat) fragte mich dann auch noch mal nach den tatsächlichen Führerhilfen. Er hatte wohl von außen gar keine gesehen. Aber ich stehe zu meinen Hilfen und wir haben sie auch gebraucht!

Tja, so war das! So kommen die 88, 93, 80a = 261 zustande. Und man muss schon mit allen Mitteln arbeiten um diese Punkte zu bekommen. Und auch wenn praktisch nichts Großes passiert ist, sind ... schwupp … gleich viele, viele Punkte weg, oder die ganze Prüfung im Eimer.

KfT-Team

Jetzt entspannen sich Lotte und ich erst mal, machen am Platz etwas Spaß, bevor es dann mit der Landesgruppenausscheidung Ende August wieder weitergeht.

Bis dann,
 Uwe

 

    Die FH - Prüfungby Hundefotografie Karin Förster

    schlecht geschnüffelt, hochgeguckt,
    eine kleine Maus verschluckt,
    fand den Ort nicht, wo gewinkelt,
    mehrfach in die Spur gepinkelt,
    einmal leider “Platz” vergessen,
    Gänseblümchen aufgefressen,
    Hundeführer schlimm genarrt,
    zweiten Gegenstand verscharrt,
    zwölf Kartoffeln fein sortiert,
    toten Maulwurf exhumiert,
    Fährtenleine durchgekaut,
    hinterm Hasen abgehaut,
    bin der liebste Hund von allen,
    Richter sagte: Durchgefallen!

 

LANDESGRUPPENAUSSCHEIDUNG VPG am 26.08.2001by Hundefotografie Karin Förster

Hallo, ich bin Kalle von der Laubenhaid, ein Airedale, 7 Jahre alt und möchte euch Terriern von unserer Landesgruppenausscheidung im Schutzhundesport erzählen.

26.8. 5 Uhr....... (räkel...räkel...gähn)...was, Frauchen ist schon wieder auf den Beinen, um diese Zeit! Das kann nur bedeuten, daß heute wieder eine Prüfung ansteht, sonst quält sie sich nicht am Sonntag so früh raus. Also tu’ ich ihr den Gefallen und steh’ auch mit auf. Sie ist ziemlich nervös, steht im T-Shirt auf der Straße bei knapp 2 Grad und mich hat sie auch vergessen. Ah herrlich diese frische Luft.....na das war aber ein kurzer Spaziergang heute, aber wir haben ja noch was vor!

7 Uhr...jetzt sind wir schon am Hundeplatz. Die Hundeführer treffen sich und losen die Startreihenfolge aus. Hoffentlich muß ich nicht gleich wieder als Erster ‘ran, sie hat immer so ein Glück beim Losen! Wir fahren zur Fährte. Eine Kleinigkeit für meine Nase. Ich weiß gar nicht, wo das Problem liegen soll? Da ist jemand vor knapp einer Stunde durch die Wiese gestampft und hat ein paar Gegenstände fallen lassen und die glauben alle, ich finde sie nicht! Na, das werde ich ihnen aber zeigen!
Heute hat sie gut gelost. Ich starte als fünfter. “Hundeführer Heike Ritthammer meldet sich...”, immer der gleiche Spruch, wann geht’s denn nun endlich los?
Und ab, juchhe (schnüffel, schnüffel). Nanu, was ist das, da war doch vor drei Stunden ein zierliches Häschen (schnüffel), wo ist denn das wohl hingehoppelt? Hups! Jetzt bin ich aber ganz schön weit von der Fährte abgekommen. Wie sieht denn ihr Gesicht aus? Etwas grantig. Na ja! Suchen wir halt weiter, die andere Spur ist ja auch ganz nett. (Schnüffel) war das nun ein Gegenstand, oder nicht? Frauchen brummelt etwas und hebt das Ding auf, scheint doch einer gewesen zu sein. Aber keine Panik, da liegt ja am Ende noch einer, den find’ ich ganz bestimmt.

11 Uhr...ich bin stolz auf mich. Das mit dem Hasen kann doch jedem passieren! Man muss ja nicht immer unter den ersten sein! Jetzt starten die Unterordnungen. Hier darf ich mich erst einmal in den Schatten legen und die Konkurrenz beobachten. Ist schon erstaunlich, wie wir Hunde das hinbekommen, daß das Frauchen die ganze Zeit so exakt neben uns herläuft! Wir sind halt ein unschlagbares Team. Jetzt darf ich auch laufen. Auf geht’s! Normaler Schritt, Wendung, schnell, langsam, normal in die Menschengruppe, Sitz, Platz, Steh......heute bin ich extrem gut drauf! Hab’ noch nichts verpatzt. Nanu, was macht sie jetzt? Wirft das Holz glatt neben die Kletterwand. Ich hol’s mal eben schnell. Was guckt sie denn so komisch? Ach verdammt, ich hab’ vergessen drüberzuklettern!
“...voraus....”.Hui, und schon bin ich am anderen Ende des Hundeplatzes. “...platz...”. Wo ist denn mein Ball, der liegt doch sonst immer hier. Ich leg’ mich mal trotzdem hin. Das war’s schon? Schade, ich hätte gerne noch weitergemacht.

13 Uhr...Jetzt wird’s ernst. Der Bösewicht hat sich auf dem Platz versteckt. Ich glaube, ich weiß auch schon wo. Wieso schickt mich mein Frauchen dauernd in die falsche Richtung? Ich zeig’ ihm jetzt, wo der Lump ist. (wuff, wuff, wuff) Gefunden!
“Helfer, treten Sie raus!”. Jetzt heißt es wachsam sein, der versucht bestimmt gleich zu entwischen. Jetzt...hab’ dich...diese Zweibeiner bewegen sich so träge, ein Wunder, daß sie nicht ständig auf der Nase liegen...wirst du wohl stehenbleiben...na also.
Jetzt habe ich ihn schon viermal gehabt und immer wieder loslassen müssen, also irgendwann ist Schluß! Ich bin ja schließlich auch nur ein Hund! “Schutzdienst beendet!”. Von wegen, den hol ich mir noch...und zack...hab’ dich! Frauchen bekommt so einen dicken Hals, vielleicht lasse ich doch besser los. Aber es hat trotzdem Spaß gemacht.

15 Uhr...Siegerehrung. Bin ich froh, daß ich nicht gewonnen habe, so ein Pokal gibt mir nichts, mit einem Kaustängchen kann doch so ein Hund wie ich viel mehr anfangen! Und außerdem darf ja meine Rudelgenossin Lotte mit unserem Frauchen mit 280 Punkten auf die Deutsche Meisterschaft. Ich bin mit meinen 263 Punkten nur als Schlachtenbummler dabei. Nächstes Jahr machen wir vielleicht wieder bei der Ausscheidung mit und da zeig’ ich ihr dann, wer der Rüde im Haus ist! Schließlich gibt es doch nichts schöneres für einen Hund als mit seinem Rudelführer durch Dick und Dünn zu gehen und sich so richtig auszutoben! Aber es ist ja auch nicht ganz einfach, so weit zu kommen!

Also dann, bis zum nächsten Jahr,

Euer Kalle